Katrin Helbig
Katrin Helbig

Leitung Technischer Fachhandel

Sie haben Fragen zum Thema Gerätetechnik und Verwendung? Ich berate Sie gern zu diesem Thema.

Um klebtechnische Aufgaben prozesssicher und reproduzierbar umzusetzen, bietet sich der Einsatz von spezieller Dosiertechnik und/oder Aushärtetechnik an. Nutzen Sie auch hier unseren herstellerunabhängigen Marktüberblick und unsere eigene Erfahrungen aus über 25 Jahren klebtechnischer Fertigung zu Ihrem Vorteil. Gerne beraten wir Sie bei der Auswahl geeigneter Gerätetechnik bis hin zur Ausstattung kompletter Klebearbeitsplätze.

Dosiertechnik
Je nach Anwendungsfall, Klebstoffmenge oder Losgröße bieten sich unterschiedliche Techniken für die Klebstoffapplikation an. Für die einfache Klebstoffdosierung können z.B. Handauftragsgeräte mit Mischdüsen für Doppelkammerkartuschen verwendet werden. Werden die Anforderungen an Dosiermenge und Dosiergenauigkeit höher, kommen manuelle Dosiergeräte (pneumatisch oder volumetrisch) zum Einsatz. Mit diesen manuellen Dosiergeräten können Sie bereits sehr präzise und reproduzierbar kleinste Klebstoffmengen auftragen. Wird auch die Anforderung an die Lage der Klebstoffapplikation genauer, bietet sich der Einsatz eines Dosierroboters inkl. Dosierventil an. Hier arbeiten wir eng mit führenden Herstellern der Dosier- und Applikationstechnik zusammen (Nordson EFD, OKi, Techcon, u.v.m.).

Belichtungstechnik
Für die Aushärtung von UV- und lichthärtenden Klebstoffen wird spezielle UV-Belichtungstechnik benötigt. Diese Klebstoffe härten unter dem Einsatz von UV-Licht innerhalb von Sekunden aus. Modernste UV-LED-Technik sorgt für eine lange Lebensdauer und geringe Betriebskosten. Wir selbst verwenden diese Technik bei einer Vielzahl unserer Produktionsprozesse und haben auf diesem Gebiet spezielles Know-How gesammelt. Lassen Sie sich von uns zu geeigneter UV-Aushärtetechnik beraten. Wir sind u.a. Distributor von Hönle, Loctite, DELO.


Gerätetechnik im industriellen Bereich

Während im Konsumerbereich Verklebungen im Allgemeinen ohne Gerätetechnik realisiert werden können, kommt man in der industriellen Fertigung ohne umfangreiche Gerätetechnik nicht mehr aus.
Die Gerätetechnik umfasst eine Reihe von Klebstoffauftraggeräte (Klebepistolen) mit manueller Handhabung oder Druckluftanschluss für 1- und 2-komponentige Klebstoffkartuschen. Die Auftraggeräte gibt es für unterschiedliche Klebstoffkartuschengrößen. Für einkomponentige Kartuschen sollte eine Entspannungsmöglichkeit angebracht sein, um zu verhindern, dass der Klebstoff durch den eingeleiteten Austragdruck nach dem Auftragstopp weiter austritt.
Für einen konstanten Klebstoffmengenauftrag werden Dosiergeräte eingesetzt. Es gibt eine Vielzahl von Dosiergeräten auf dem Markt. Preismäßig gibt es je nach Ausstattung einen breiten Kostenrahmen. Die Dosiergeräte sollten eine genaue Dosierung bei der Mengeneinstellung ermöglichen. Für die Fertigungsüberwachung ist ein Datenanschluss zu erwägen. Moderne Geräte können über eine Software die Veränderung der Aushärtung bei 2-Komponenten Klebstoffen erfassen und die Dosiermenge korrigieren. Die notwendige Druckluft sollte mit Mikrofilter Partikel ausfiltern und ein geeigneter Filter muss Öl- und Feuchtigkeitsrückstände ausfiltern. Ölfreie Kompressoren sind für den Einsatz bei Dosiergeräten am geeignetsten.
Die Klebstoffdosierung kann auch mit Geräten vorgenommen werden, die mit Tanksystemen ausgestattet sind und beispielsweise für die Verarbeitung von Cyanacrylatklebstoffen (Sekundenklebstoffen) eingesetzt werden. Mit volumetrischen Pumpendosierern können zweikomponentige Epoxidharze mit hoher Wiederholgenauigkeit angeschlossenen werden.
Eine Sonderstellung nehmen kontaktlose Dispenser ein. Bei diesen Dispensern werden die in einer Kartusche eingebrachten Klebstoffe mit gepulster Druckluft über eine feine Nadel berührungsfrei auf die zu verklebenden Werkstücke als kleiner Punkt aufgebracht. Um eine Reihe von Punkten hintereinander zu positionieren, muss entweder der Dispenser oder das Werkstück entsprechend positioniert werden (Handlingsystem bzw. Dosierroboter). Für hohe Anforderungen ist ein Bildverarbeitungssystem notwendig, welches Fehler erfasst und ggf. korrigiert.
Für den Einsatz von lichthärtenden Klebstoffen - insbesondere UV- Klebstoffen - sind geeignete Kartuschen und Dosiernadeln notwendig, die die Umgebungslichtstrahlung blocken und eine Härtung des Klebstoffes verhindern. Beim Umfüllen der UV-Klebstoffe darf keine schädliche Strahlung auf die Klebstoffe fallen (Arbeiten bei einer Lichtwelle, die eine Härtung verhindert!).
Die Aushärtung von aufgebrachtem Klebstoff auf die zu verbindenden Teile muss mit einem UV- Belichtungsgerät erfolgen, welches die Härtungswellenlänge des UV-Klebstoffes ausstrahlt. Je nach Anwendungsfall können LED-Aushärtegeräte mit der geeigneten Härtungswellenlänge oder Aushärtegeräte mit UV-Strahlern mit breitbandigem Wellenlängenbereich zum Einsatz kommen. Am Markt werden sehr unterschiedliche Belichtungsgeräte angeboten. Die Geräte müssen entsprechend der zu realisierenden Fertigung ausgewählt werden. Für die Überprüfung der Aushärtung sollte ein  kalibriertes Prüfgerät zur Ermittlung der UV-Leistung des Belichtungsgerät vorhanden sein.
Hinweis: Aus Arbeitsschutzgründen darf die UV-Strahlung des Belichtungsgerätes am Arbeitsplatz nicht in die Augen bzw. auf die ungeschützten Hände oder andere Hautebenen der Mitarbeiter gelangen. Schutzhandschuhe und geeignete UV-Schutzbrillen müssen vorhanden sein. Mit UV- blockendem Acrylglas kann eine Abschottung der Strahlung erreicht werden.
Umluft- bzw. Ablufteinrichtungen sind für die Verklebungen notwendig.